das Angebot

Ein gutes Gehör hat keinen direkten Zusammenhang mit der Sehkraft. Und umgekehrt. Es gibt bei blinden Menschen alle Varianten von Hörleistung, von "sehr gut" bis hin zu Menschen mit vollkommener Taubheit (Hör-Sehbehinderte / früher genannt Taubblinde).

Der Umgang mit den Sinnen ist weitgehend Übungssache, gelernt.
Zum Teil durch Lebenserfahrung, zum Teil in den Schulungen.

Wichtig beim Hören ist, die gehörten Sinneseindrücke auch wahrzunehmen, und zu wissen was es bedeutet, und diese Wahrnehmungen auch richtig einzusetzen, resp. sie gezielt zu ignorieren;
sie eben richtig zu hören!

Erstaunlich ist, wie schnell jemand sehr feine Variationen in unserer Welt wahrnehmen kann.

Die Fledermaus
Die Echolokalisation, um welche es sich bei einer dieser feinsten Wahrnehmungsformen vorwiegend handelt, ist das gleiche Prinzip, wie es die Fledermäuse anwenden um sich zu orientieren, um Unfälle zu vermeiden, und um Insekten zu fangen.

Dan Kish ist wohl einer der bekanntesten und faszinierendsten blinden Menschen, welcher die Echolokalisation fördert, unterstützt, entwickelt und auch geniesst. Ich bin ihm nicht selber begegnet. 
In meiner Arbeit, vor allem in derjenigen in einer Blindenschule, bin ich jedoch vielen solchen "Fledermäusen" begegnet, so dass ich auf eine direkte Begegnung mit Dan Kish verzichtete, war doch der Andrang bei seinem Besuch in der Schweiz recht gross. 
Die Echolokalisation wurde intensiv in meine fachliche Ausbildung als Mobilitätstrainer einbezogen.
Die Videos von Dan Kish waren für mich jedoch eine wichtige Inspiration für meine Führungen. 
Hier zwei Video-Reportagen von YouTube
(auf YouTube sind unter "Dan Kish" viele Berichte zu finden):

http://youtu.be/uobuBc2GO0o 
http://youtu.be/DhsnmZX2v8U

Ich kann mit Ihnen gerne ausprobieren, welche Entdeckungen Sie selber in recht kurzer Zeit über sich selber machen können. Die meisten Besucher, Besucherinnen, sind verblüfft.
Dazu gehen wir auf eine Art Forschungsreise, auf einen Rundgang ohne zu Sehen:

Ich führe Sie...

...zuerst in eine Technik ein, wie Sie sich am besten an mir halten, so dass Sie sicher sind und sich entspannen können.

Führgriff:

diskret

entspanntes Gehen

eigenständiges Gehen

beidseitig freies Gehör





Angst ist anfänglich normal, und ich nehme darauf Rücksicht 

...durch die Stadt, und lasse Sie die Umwelt wahrnehmen.

...auf Überraschungsrouten oder solchen, welche wir vorher zusammen planen können.

Sie folgen mir...

...mit verbundenen Augen. Und wir denken nicht im Traum daran, diese vor Ende des Rundganges wieder zu öffnen!

...indem Sie mich am Arm halten, in einer Technik wie sie von den meisten Blinden bevorzugt wird.

Kleidung:

Angenehme Schuhe (bitte laute Absätze möglichst vermeiden)
Outdoor-Kleidung
Wir stehen zwischendurch auch länger, also je nach Wetter etwas warmes.
Ohne Schirm, um nichts herunterzureissen und niemanden zu belästigen. 
Bei Regen eignen sich Baseballmützen.

Gehen wir...

Die Route können wir vorher zusammen besprechen und unterwegs auch noch Ihren Wünschen anpassen.

ein Vorschlag:
vom Casinoplatz  einfach mal stadtabwärts, Richtung Bärengraben, etwas Zick-Zack, Anhaltspunkte finden, welche für die Orientierung auf dem Weg wichtig sind,
Eintauchen in all die Klänge, Geräusche, die verschiedenen Arten des Hallens (Echos) erleben und zuordnen, Lärm und Stille, Gelände-Wölbungen (Unebenheiten), Luftströmungen, Gerüche und... und... und...
Zuviel möchte ich hier auch nicht verraten.



Experimentieren:
genaues Lokalisieren des Endes der Laube anhand von
Echo-Lokalisation


Kontrolle:
mmh...naja - ich steh im Freien;
nach ein paar Versuchen klappt's schon recht gut.
 


...oder Besuch einer oder verschiedener Kirchen

gotischer Wiederhall


...oder blind in den Verkehr - anhören ob Sie blind eine Strasse überqueren könnten, und ausprobieren, inwiefern der Verkehrslärm auch nützlich sein kann

...oder Blinden-Leitlinien ausprobieren mit einem Langstock (Blindenstock)


da sind wir frei, und Sie können gerne Ihre Wünsche und Fragen anbringen.


Angst, Hemmungen, Überwindung:

Aus meiner Arbeit mit blinden Menschen weiss ich, dass jeder Mensch unterschiedliches Geschick hat und unterschiedlich wahrnimmt.
Lassen Sie sich bitte nicht abhalten von Zweifeln an sich selbst. Genieren Sie sich nicht, sich der Herausforderung zu stellen. Ich werde mich von Anfang an auf Sie einstellen, damit es ein gutes Erlebnis wird für Sie.
Sie sind der Gast, und ich werde um Ihr Wohl bemüht sein.

Sie brauchen vielleicht etwas Überwindung, sich die Augen zu verbinden, sich einer Ihnen fremden Person anzuvertrauen, und sich so hilflos in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Diese Überwindung kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Aber ich kenne die Verunsicherung und werde Sie mit dem notwendigen Respekt führen, und ich werde Sie nicht blossstellen! (Versprochen!)

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Unbehagen nach wenigen Sekunden oder Minuten verschwindet.
Und noch etwas: Es wird Sie wohl kaum jemand erkennen, der nicht weiss, dass Sie jetzt gerade diese Führung machen.  Ich war z.B. mit einer Kundin an ihrem Arbeitsplatz. Wir sind einigen MitarbeiterInnen begegnet, und niemand hatte sie erkannt!


Videos / Presse

Ein Einblick in eine Führung mit einer eher jüngeren Person, produziert von VJii.tv :

http://www.youtube.com/watch?v=N_nTvjHzHiY&feature=youtube_gdata

Reportage von TeleBärn (Beginn nach ca.2,5 min)

http://www.telebaern.tv/120410-info.html

Erfahrungsbericht aus der Berner Zeitung BZ:

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Selbstversuch-Blind-durch-Berns-Gassen/story/12646150

Bericht von 20minuten, aus der Anfangszeit des Projektes:

http://www.20min.ch/news/bern/story/21731114

 

Hier eine Rückmeldung aus meinem Gästebuch:

Ich habe als Musiker eigentlich das Gefühl gut zu hören, doch heute habe ich das erste mal gemerkt, was es heisst sich nur mit den Ohren zu orientieren. Der Rundgang war für mich eine wunderschöne Bereicherung. Ich fühlte mich immer sehr sicher und habe Dinge gehört die ich nie für hörbar gehalten hätte. Ich empfehle den Rundgang allen sehr!!!!
Thiemo Schutter, Violoncello

Bitte beachten Sie die weiteren Rückmeldungen im "Gästebuch"


Anzahl Personen pro Rundgang

Es wird ausschliesslich von mir geführt, und zwar nur eine Person auf einmal!

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass wir so am besten umschalten und uns auf die gestellten Aufgaben konzentrieren können; sowohl Sie als Kunde/Kundin wie auch ich als Führperson .

Zweiergruppen:
Falls Sie zu zweit sind mache ich Ihnen folgendes Angebot:
Die erste Person beginnt z.B. um 11.00 Uhr die Führung am Casinoplatz.
Zwei Stunden später, also ca. um 13.00 Uhr wartet die zweite Person im Restaurant "altes Tramdepot" (direkt am Bärengraben, Bus Nr.12 ) auf uns.
Nach einer kleinen Pause starte ich mit der zweiten Person in die Führung. Den Treffpunkt, nach ca 2 Stunden, im Stadtzentrum, können wir da noch zusammen vereinbaren.
 
Kommunikation mit den nicht Beteiligten ist in dieser Zeit ungünstig! Begleiten Sie uns also lieber nicht während wir eine Führung machen.

Wichtig: diese Führungen eignen sich nicht für Vereinsanlässe !

Sie haben das beste Erlebnis, wenn Sie die Dunkelbrille während der Führung ohne Unterbruch angezogen behalten !

Weiteres:

Blinde Menschen:
Selbstverständlich können auch blinde Menschen an einer Führung teilnehmen.
Ich möchte aber ausdrücklich erwähnen, dass es sich nicht um Stadtführungen mit geschichlichen Erläuterungen, Erklärungen zu Stil und Kunst etc. handelt.
Sollten Sie an solchen Informationen interessiert sein, möchte ich Ihnen die Führungen von BernTourismus empfehlen. Berntourismus verfügt über Stadtführer/innen, welche für die Bedürfnisse von blinden Menschen speziell geschult sind.
Diese können Sie auch über Geschichte, Stil usw. kompetent informieren.
www.bern.com  Tel: 031 328 12 12
Orientierung für Blinde (Ortskenntnisse) wird von den zuständigen Beratungsstellen kostenlos angeboten.


Finden der Mitte eines Durchgangs
anhand von
Echolokalisation


..eher zu weit  rechts..

ok, Mitte getroffen, jetzt könnte René frei gehen, und für seine Sicherheit vor Hindernissen und Niveauunterschieden mit einem Blindenstock vor sich pendeln


Preise:
pro Führung (Dauer ca. 2 Stunden):
Betriebe / Institutionen:
Fr. 150.-- pro Person
Privatpersonen:
Fr. 120.-- pro Person
Schüler / Studenten:
Fr. 80.--                           
2 Schüler:
Fr. 120.--
(1 Person pro Führung / Preisänderungen vorbehalten / Schüler: Teamarbeit möglich, nach Absprache)


eine Führung schenken: 
Überraschen Sie Freunde, Bekannte, MitarbeiterInnen, den Chef mit einer Führung. Diese sind jeweils sehr beliebt bei den Beschenkten. 
Preis pro Führung 120.-- Fr.
Die Führung findet nach persönlicher Vereinbarung mit der beschenkten Person statt.
Es hat sich bewährt, wenn die schenkende Person nach eigenem Geschmack einen Gutschein entwirft und diesen verschenkt;
ich nehme daraufhin mit der beschenkten Person Kontakt auf um einen Termin zu vereinbaren.


Zeiten:
Ausschliesslich nach gegenseitiger Vereinbarung (Kontaktaufnahme telefonisch 079 247 55 09, sms oder e-mail)

Durchführung ist an folgenden Tagen möglich: Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, sowie an Feiertagen


Ort
ohne andere Vereinbarung ist unser Treffpunkt am Casinoplatz (Tramhaltestelle Zytglogge / Tram 6/7/8 stadtauswärts) zwischen der Haltestelle und dem Fotogeschäft Zumstein.

Sprache: Deutsch 
Französisch und Englisch möglich (gut, aber mit Deutschschweizerakzent ;) 

Ihr Gehör
Die Führungen können mit einem durchschittlichen Gehör bis hin zu einer leichteren / mittleren Schwerhörigkeit problemlos mitgemacht werden. Auch wenn die Ergebnisse entsprechend variieren, sollten interessante und sicherlich überraschende Hör-Erlebnisse möglich sein.Kontakt / Anmeldung

meine Adresse:
Jean-Luc Perrin
Postgässli 10
3661 Uetendorf

Telefon / SMS:
079 247 55 09   (Abends, sowie Sa, So, Mo ganztags erreichbar)

Telefonanrufe an Werktagen bitte erst nach 18.00 Uhr.

e-mail: jlucperrin@bluewin.ch 

Haftung
Unfallversicherung ist Sache der Teilnehmer

Erklärung
Preisvergleich: in Bern kostet 1 Stunde (60 Minuten) Musikunterricht Fr. 105.--.
Sämtliche Bezeichnungen beziehen sich auf Männer und Frauen.
Der Ausdruck "der Blinde" wird nur aus Gründen der Einfachheit verwendet. Bevorzugt ist allerseits der Ausdruck "der blinde Mensch"  bei welchem eine Eigenschaft benannt, nicht aber ein Stempel zur Bezeichnung des Menschen abgegeben wird.
Neben diesem Projekt arbeite ich 50% als Rehabilitationsfachmann bei der Beratungs- und Rehabilitationsstelle für Sehbehinderte und Blinde des Kantons Bern ( www.brsb.ch ). Die BRSB ist in keiner Beziehung an diesem Projekt beteiligt.

Weiteres
Während der Tour erscheinen wir klar, natürlich und unauffällig. Bedenken über einen peinlichen Show-Effekt brauchen Sie nicht zu haben.
Die Führung kann durchaus amüsante Elemente enthalten. Ich werde jedoch in keiner Weise Spielereien mit Ihnen machen wie z.B. mich verstecken oder mich als Hindernis aufstellen, oder Sie blossstellen!
In den Kirchen sind wir willkommen, und die Führungen sind den Aufsichtspersonen bekannt gemacht worden.
Ich habe die Führung mit blinden Menschen aus meinem Freundeskreis getestet. Diese begrüssen das Projekt. Mit ihnen konnte ich auch Elemente aus den daraus testen und erhielt von Ihnen wertvolle Tipps.

 
Ich freue mich auf Ihre Anmeldung